Getty I: David Lynch

Der Reiz am Verknüpfen war schon immer ein sehr angenehmer. Es waren die Schauspielerinnen und Schauspieler, die mir in die cineastischen Schuhe halfen, mir unter die Arme griffen, wenn es um Einordnung und Favorisierung ging. Nicht weiter ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass das US-amerikanische Publikum derart auf ihre Leinwandikonen fixiert sind, dass Hollywood regelmäßig tolle Filme aus anderen Kontinenten verfilmt, statt diese kostengünstiger zu synchronisieren. Kein Amerikaner würde sich mit Diddi Hallevorden zufriedengeben. Da muss schon ein Nick Nolte her, damit ein Til Schweiger-Film auch in den USA floppen kann.

Und doch ist es geschickt, mit den Schauspielern anzufangen. Während der Durchschnittsamerikaner nicht über David Hasselhoff und Pamela Anderson hinauskommt, liegt es an uns, Marcello Mastroianni und Anita Ekberg ins Spiel zu bringen. Das Netz entspinnt sich also aus La Dolce Vita von Federico Fellini. Bleibt man erst einmal Mastroianni gesinnt, nenne ich, um zu beginnen, die Stadt der Frauen, der Fremde nach Camus und Weiße Nächte. La Notti Bianchi, Luchino Visconti. Schlag auf Schlag. Einen Schritt weiter und ich bleibe zwangsläufig bei Helmut Berger hängen. Jener Helmut Berger, der als Muse Viscontis agierte, bei Harald Schmidt unterging und schließlich im Dschungelcamp landete.  Doch auch der mittlerweile verstorbene Rolf Zacher schwitzte unterm Ozonloch.

Rolf Zacher heiratet Gisela Schmidt. Sie fragen sich nun zu Recht: Wer zur Hölle ist Frau Schmidt? Ein Allerweltsname aus dem deutschsprachigen Raum. Doch Schmidt war 1974 nimmermehr und seither Gisela Getty genannt. Nun frischgebackene Gattin des einohrigen und im Jahr zuvor entführten Milliardenerben John Paul Getty III gebährt sie wiederum im Jahr darauf  Balthazar Getty. Balthazar, Frauenschwarm der 90er, spielte 1997 unter der Regie des aus Montana stammenden David Lynch. Einer meiner Lieblinge, mit dem ich hier erst einmal schließe.


Titelbild © 2018 Paramount Home Entertainment

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